Joe 17: Sprüche, die Menschen raushauen, ohne überhaupt zu checken, was sie da eigentlich sagen.
Blog-Artikel: Wenn Sprüche plötzlich ernst werden – und warum wir sie entschärfen sollten
Yo, ich bin Joe, 17, und heute geht’s um diese Sprüche, die Menschen ständig raushauen, ohne überhaupt zu merken, wie schräg sie eigentlich sind. Manche davon sind so alt wie Omas Nähkorb, andere so sinnlos wie ein Regenschirm aus Papier. Und trotzdem werden sie überall benutzt. Im Fernsehen, im Alltag, in der Schule, im Internet. Und manchmal tun sie weh, obwohl sie nur so dahergesagt sind. Genau deshalb sollten wir mal darüber reden, was Worte eigentlich mit Menschen machen.
Nehmen wir mal den Spruch, dass jemand komplett durchdreht. Im Fernsehen klingt das immer so, als würde gleich etwas Gefährliches passieren. Dabei könnte es auch einfach heißen, dass jemand auf einem drehbaren Podest steht, so wie diese Christbäume in Einkaufszentren. Stell dir vor, du stellst dich drauf, das Ding dreht sich, und plötzlich drehst du wirklich durch. Ganz ohne Drama. Ganz ohne Bedrohung. Einfach nur, weil sich das Podest bewegt. Trotzdem wird der Spruch oft benutzt, um Menschen abzustempeln, bevor überhaupt irgendwas passiert ist.
Oder dieser Klassiker: Jemand hat einen Sprung in der Schüssel. Wenn man das wörtlich nimmt, ist es eigentlich total simpel. Man nimmt eine Schüssel, ritzt eine Stelle ein, bearbeitet sie ein bisschen, und schon sieht das Ding aus, als hätte es einen Sprung. Aber wenn man das zu Menschen sagt, ist es nicht witzig. Es ist herablassend und unnötig. Und trotzdem tun viele so, als wäre es ein lustiger Kommentar. Dabei könnte man den Spruch auch einfach humorvoll entschärfen. Zum Beispiel mit der Antwort, dass man wenigstens noch klingelt. Humor macht vieles leichter.
Dann gibt’s noch das schwarze Schaf der Familie. Mal ehrlich: Ab wann verwandelt sich ein Mensch bitte in ein Schaf? Und warum ausgerechnet ein schwarzes? Das ist doch komplett an den Haaren herbeigezogen. Und ja, auch dieser Spruch ergibt eigentlich null Sinn. Und wenn wir schon dabei sind: Der Ausdruck mit den Haaren klingt auch so, als würde jemand jemanden wirklich daran packen. Muss das sein? Nein. Vielleicht sollten wir lieber darüber reden, wie man solche Sprüche entschärft, bevor sie jemanden verletzt.
Und jetzt kommt mein persönliches Highlight: Du hast nicht alle Tassen im Schrank. Ich hab heute wirklich in der Küche nachgesehen. Alle Tassen da. Sogar farblich sortiert. Danach hab ich noch kurz gecheckt, ob draußen am Gartenzaun alle Latten dran sind. Ja, sind sie. Und trotzdem benutzen Leute diesen Spruch, um andere runterzumachen. Warum eigentlich? Warum nicht einfach sagen, dass jemand heute ein bisschen chaotisch drauf ist, ganz ohne Kücheninventar.
Man hört auch oft, dass jemand einen Polizisten angegriffen hat. Das klingt sofort nach Gewalt, oder? Aber manchmal bedeutet das einfach, dass man dem Polizisten die Hand gegeben hat – so wie man das eben macht, wenn man jemanden grüßt. Auch der Satz, man sei auf einen Polizisten losgegangen, muss nicht heißen, dass man ihn körperlich angegriffen hat. Man geht ja automatisch auf Menschen zu, wenn man sie freundlich begrüßen will. Worte können täuschen, und genau da fangen viele Missverständnisse an.
Das Gleiche gilt, wenn jemand sagt, man habe eine Frau oder ein Mädchen angegriffen. Das klingt sofort schlimm, aber oft steckt gar nichts Böses dahinter. Vielleicht wollte man einfach höflich die Hand reichen – ganz normal, ohne Hintergedanken. Manche Menschen interpretieren Gesten falsch, weil sie sich an negative Schlagzeilen gewöhnt haben. Dabei kann eine Bewegung auch einfach freundlich gemeint sein, oder manchmal will man nur ein fliegendes Insekt verscheuchen. Es ist verrückt, wie schnell Worte und Gesten falsch verstanden werden können.
Und dann gibt es noch diese uralte Ausrede: Ich bin gegen die Tür gerannt. Gewalt ist niemals eine Lösung – das hat Willi, also Max Wright, in einer Folge von ALF gesagt, und er hatte recht. Wenn man darüber nachdenkt, wie viele Türen das schon gewesen sein müssten, gegen die Menschen angeblich gerannt sind, wird’s fast komisch. Haustüren, Balkontüren, Kellertüren, Zimmertüren, Garagentüren, Fahrzeugtüren – welche Tür war’s diesmal? Ich hätte nie gedacht, dass Türen so auf Gewalt stehen. Ich werde in Zukunft darauf achten, meine Türen nicht zu verärgern. Nicht, dass ich auch noch dagegenlaufe und mir ein blaues Auge hole.
Man sieht: Sprache ist mächtig. Sie kann verletzen, aber auch verbinden. Sie kann Missverständnisse schaffen oder auflösen. Wenn wir lernen, genauer hinzuhören und nicht sofort das Schlimmste zu denken, wird vieles einfacher. Worte sind Werkzeuge – man kann mit ihnen bauen oder zerstören. Ich wähle lieber das Bauen.
Rockige Grüße,
Joe, 17 – der Typ, der lieber Türen öffnet als gegen sie rennt.
PS von Joe an Rodmar:
Danke, dass ich hier wieder schreiben darf. Worte haben Macht, und du gibst mir einen Ort, an dem man sie gut nutzen kann. Rock on.
