Joe 16: Das Internet ist keine Müllkippe für euren Hass

13.05.2026

Blog-Artikel: Ey, Internet – was stimmt eigentlich nicht mit euch?

Yo, ich bin Joe, 16, und ich sag’s euch jetzt mal so, wie’s wirklich ist: Ich hab die Schnauze voll von diesem ganzen Kommentar‑Dreck, der überall im Internet rumfliegt. Egal ob Social Media, zertifizierte Online‑Zeitungen, Foren, Chats oder irgendwelche Kommentarspalten, die aussehen wie der digitale Abfalleimer der Menschheit – überall dasselbe: Hass, Drohungen, Beleidigungen, Gift, Galle, Frust, Wut, Aggression. Und das alles anonym, versteckt hinter Nicknames, die klingen wie „NightRageDestroyer“ oder „ToxicShadowMaster“. Wow. Ganz großes Kino.

Und jetzt mal ehrlich: Was geht eigentlich in euren Köpfen ab? Ihr schreibt Sachen, die ihr im echten Leben niemals sagen würdet. Nicht mal im Traum. Wenn ihr im Supermarkt an der Kasse steht, brüllt ihr doch auch nicht die Kassiererin an, weil sie euch nicht schnell genug ist. Aber online? Da wird jeder plötzlich zum Superhelden der Beleidigungen. Da wird jeder zum Hulk, der auf Steroiden und Energydrinks gleichzeitig läuft. Und warum? Weil ihr euch hinter einem Nickname versteckt, der euch unbesiegbar fühlen lässt. Spoiler: Ihr seid’s nicht.

Und jetzt kommt der Punkt, der euch scheinbar komplett egal ist: Kinder und Jugendliche lesen das auch. Ja, richtig gehört. Wir. Wir lesen eure Kommentare. Wir sehen euren Hass. Wir sehen eure Drohungen. Wir sehen euren Müll. Und wir sollen dann bitte schön höflich, freundlich und respektvoll bleiben? Ihr seid doch die gleichen Leute, die uns ständig predigen: „Benimm dich.“ „Sei nett.“ „Sag nichts Gemeines.“ „Respektier andere.“ Ja, wow. Vielleicht fangt ihr mal selbst damit an.

Ihr wollt jemanden beleidigen? Cool. Dann stellt euch vor euren Spiegel. Schaut euch selbst an. Und dann brüllt euch selbst an. Nennt euch selbst die Wörter, die ihr anderen an den Kopf werft. Mal sehen, wie lange ihr das durchhaltet. Ich geb euch fünf Sekunden. Danach merkt ihr, wie peinlich, dumm und verletzend das eigentlich klingt. Aber klar, online ist das ja alles egal. Da ist ja niemand, der euch ins Gesicht schaut.

Und kommt mir nicht mit „Das Internet ist halt so“. Nein. Das Internet ist nicht „halt so“. Das Internet ist das, was wir draus machen. Und ihr macht’s gerade zu einem Ort, an dem man sich fühlt wie in einer Müllverbrennungsanlage für Emotionen. Wenn ihr euren Frust loswerden wollt, dann macht Sport, schreit in ein Kissen, geht in den Wald, hört Metal, baut was, zerstört ein altes Kissen, malt, schreibt, rennt, springt, tanzt – aber hört auf, das Internet mit eurem Hass vollzukippen.

Und wisst ihr, was das Schlimmste ist? Viele von euch sind Erwachsene. Ja, Erwachsene. Die Leute, die uns Jugendlichen ständig sagen, wir sollen uns benehmen. Wir sollen höflich sein. Wir sollen Respekt zeigen. Wir sollen niemanden beleidigen. Und dann sieht man euch online – und denkt sich: Alter, was ist denn da schiefgelaufen? Ihr seid doch die Vorbilder. Oder solltet es zumindest sein.

Also hier mein rockiger, rebellischer, aber ehrlicher Appell: Wenn ihr nichts Nettes sagen könnt, dann sagt halt einfach mal gar nichts. Wenn ihr jemanden beleidigen wollt, beleidigt euer Spiegelbild. Wenn ihr Frust habt, sucht euch einen echten Weg, ihn rauszulassen. Und wenn ihr unbedingt euren Hass irgendwo abladen müsst – dann schreibt ihn auf ein Blatt Papier und zerreißt es. Aber hört auf, das Internet zu eurem persönlichen Müllcontainer zu machen.

Wir Jugendlichen sind auch hier. Wir lesen mit. Wir existieren. Und wir haben keinen Bock mehr auf euren digitalen Giftmüll. Das Internet könnte ein cooler Ort sein. Ein kreativer Ort. Ein Ort, an dem man Spaß hat, lernt, lacht, redet, teilt, schreibt, baut, entdeckt. Aber dafür müsst ihr aufhören, es zu zerstören.

Rockige Grüße,
Joe, 16 – der Typ, der euch sagt, was ihr euch selbst nie trauen würdet.

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