RODMAR – DIE GESCHICHTE EINES CB‑FUNKERS
📻 RODMAR – DIE GESCHICHTE EINES CB‑FUNKERS
Man könnte sagen: Alfred Preinfalk jr., Spitzname Rodmar, ist ein Mensch, der den CB‑Funk nicht nur als Hobby erlebt hat, sondern als Lebensphase. Früher war er selbst unter dem Rufnamen Hardrocker Joe unterwegs – Lederjacke, ärmellose Jeansjacke mit Hardrock‑Aufnähern, lange Haare, Cowboy‑Stiefel. Heute erzählt er seine Geschichte in der Ich‑Form, aber man spricht über ihn oft in der dritten Person: „Rodmar, der Funker, der viel erlebt hat.“
Wenn Sie diese Zeilen lesen, dann sprechen Sie mit einem Menschen, der Gewalt ablehnt, Ehrlichkeit liebt und trotzdem weiß, wie hart das Leben manchmal zuschlagen kann. Und wenn du das liest, dann rede ich dich ruhig mit du an – direkt, ehrlich, ohne Maske.
Im Deutschen gibt es die Sie‑Form für Höflichkeit und Distanz und die du‑Form für Nähe und Direktheit. Im amerikanischen Englisch gibt es nur you – und dieses „you“ wird sowohl für „Sie“ als auch für „du“ verwendet. Wenn ein deutscher Text mit „Sie“ ins Englische übersetzt wird, steht dort trotzdem „you“ – und das fühlt sich oft eher wie ein „du“ an.
Deshalb verwendet Rodmar hier bewusst beide Formen: Sie, wenn er respektvoll und formell spricht – du, wenn er direkt und persönlich mit Ihnen / dir reden möchte. Beides ist respektvoll gemeint, nichts davon ist abwertend.
⚡ DER STREIT UM KANAL 16 – EIN PRÄGENDER MOMENT
Früher, als Rodmar noch unter dem Rufnamen Hardrocker Joe funkte, saß er eines Tages auf Kanal 16 im CB‑Band und sprach ganz normal mit jemandem. Plötzlich kam ein älterer CB‑Funker vom Kanal 27 dazu – und suchte sofort einen Grund für Streit.
Der ältere Funker behauptete, Kanal 16 sei „für den Schifffahrtsverkehr“ reserviert und Joe dürfe dort nicht sprechen. Joe ließ sich verunsichern und es entwickelte sich ein langer, zermürbender Streit. Irgendwann dachte er nach: Er hatte nie ein offizielles, schriftliches, behördliches Schreiben gesehen, das diese Behauptung bestätigte.
Heute weiß man klar: CB‑Funk arbeitet im Bereich um 27 MHz (z. B. Kanal 16 ≈ 27.155 MHz). Der internationale Schifffahrts‑Notrufkanal ist jedoch VHF Kanal 16 = 156.800 MHz im Marine‑VHF‑Band – ein völlig anderer Frequenzbereich, weltweit für Notrufe, Sicherheit und Anrufe zwischen Schiffen und Küstenstationen reserviert.
Der ältere CB‑Funker hatte also die Dinge durcheinandergebracht – und trotzdem schaffte er es, Joe so zu verunsichern, dass dieser sich auf einen langen Streit einließ. Später erkannte Joe: Ohne offizielle Grundlage, ohne behördliche Bestätigung war diese Behauptung nur Gerede. Dieses Erlebnis blieb hängen – als Beispiel dafür, wie leicht man Menschen mit Halbwissen verunsichern kann.
🐯 TIGER, ROHBEUSCHEL UND GEBROCHENE VERSPRECHEN
Früher gab es auch einen CB‑Funker namens Tiger. Tiger war bekannt dafür, dass er gerne Rohbeuschel mit Kartoffeln aß – eine österreichische Spezialität aus Lunge und Herz, meist als Ragout serviert. Während er an seiner Alpha 4000 CB‑Funkstation saß, erzählte er oft, dass er, sobald er den Führerschein geschafft hätte, zu Joe fahren würde.
Wie es aber oft ist: Aus dem Versprechen wurde nichts. Erst groß ankündigen, dann nicht erscheinen – man könnte sagen: große Klappe, aber nichts dahinter.
Das Witzige daran: Tiger war früher schon öfter mit Joe mitgefahren – auch weiter weg, zum Beispiel in die Berge, nach Johnsbach in der Steiermark. Er kannte also längere Strecken, was für einen späteren Führerschein eigentlich hilfreich gewesen wäre. Trotzdem kam nie ein „Danke schön“ für diese Fahrten.
Tiger war nicht der einzige CB‑Funker, der sein Wort nicht gehalten hat. Es gab einige, bei denen man sagen konnte: viel Gerede, wenig Taten.
🌟 ES GAB AUCH GUTE CB‑FUNKER
Natürlich waren nicht alle so. Es gab CB‑Funker, die wirklich in Ordnung waren – zum Beispiel Granada aus Ebensee oder Danni aus Pregarten. Menschen, die respektvoll funken konnten, ihr Wort hielten und nicht sofort Streit suchten.
📡 CB‑FUNK HAUSKANÄLE – LEGAL ODER NICHT?
Früher gab es viele Diskussionen über sogenannte CB‑Funk‑Hauskanäle, zum Beispiel Kanal 27 für den Bereich Niederösterreich / St. Valentin. Die Frage war: „Darf man einen Kanal als Hauskanal beanspruchen? Ist das überhaupt legal?“
Weltweit gilt: CB‑Funk‑Kanäle sind allgemein zugewiesene Frequenzen, die von allen Nutzern verwendet werden dürfen, solange sie die gesetzlichen Bestimmungen einhalten.
Es gibt keine exklusiven „Privatkanäle“ im CB‑Band – Hauskanäle sind eher Gewohnheit oder
💥 EIN SCHMERZHAFTES ERLEBNIS – GEWALT OHNE GRUND
Es gab aber nicht nur Funk‑Erlebnisse, sondern auch etwas, das Rodmar bis heute mit 53 Jahren begleitet. Ein CB‑Funker aus demselben Ort überredete ihn damals zu einem Treffen mit anderen in Pregarten.
Rodmar kam dorthin – mit seiner Lederjacke, ärmellosen Jeansjacke mit Hardrock‑Aufnähern, langen Haaren und Cowboy‑Stiefeln. Für ihn war das einfach sein Stil. Für fünf ältere Personen war es offenbar ein Anlass, auf ihn loszugehen.
Er wurde schwer verprügelt, schwer verletzt – und trotzdem schaffte er es, selbstständig von dort wegzugehen. Eine Anzeige bei der Polizei überlegte er, entschied sich aber dagegen, weil er befürchtete, dass die Situation noch mehr eskalieren könnte – zumal viel Alkohol im Spiel war. Er wollte um jeden Preis vermeiden, dass die Polizei im schlimmsten Fall zu ihren Waffen greifen müsste.
Bis heute versteht er nicht, warum ein herzensguter Mensch, der niemandem etwas getan hat, von mehreren Personen grundlos zusammengeschlagen wird. Vielleicht war es die Kleidung, vielleicht ein Wort, vielleicht eine Bewegung – vielleicht gar nichts davon. Später hörte er, dass es sich um Hooligans gehandelt haben soll.
Für Rodmar ist klar: Menschen, die mit mehreren Personen auf einen einzelnen Menschen losgehen, sind nicht mutig. Man könnte sie respektvoll, aber wahrheitsgetreu so beschreiben:
- Menschen mit Gruppenmut, aber wenig echtem Rückgrat
- Mitläufer, die Stärke nur in der Masse finden
- Gewaltbereite Feiglinge, die sich allein nicht trauen würden
- Personen mit Respektlosigkeit gegenüber der Würde anderer
- Menschen, die Unsicherheit und Angst hinter Aggression verstecken
Gewalt gab es schon lange vor dem Mittelalter – genauso wie Mobbing, Diskriminierung und Rassismus, auch wenn man es damals anders nannte: Verfolgung, Ausgrenzung, Unterdrückung, Schikane, Erniedrigung. Und das Schlimmste: Gewalt passiert oft dort, wo man sie am wenigsten erwartet – im eigenen Zuhause.
Es gab auch eine Zeit, die für Rodmar wie ein zweites Zuhause war: seine CB‑Funk‑Zeit in Windhag bei Perg.
Die Station „Eiserne Jungfrau“ und Peter haben ihn dort vom ersten Moment an so respektiert, wie er war – ohne Vorurteile, ohne Spott, ohne Gewalt. Für ihn war das eine der schönsten Phasen seines Funk‑Lebens.
Deshalb sagt er heute ganz bewusst: „Danke für diese Zeit. Danke für den Respekt. Danke dafür, dass ich dort einfach ich sein durfte.“
🌐 VON CB‑FUNK ZU ONLINE‑KOMMENTAREN – PARALLELEN UND UNTERSCHIEDE
Früher, am CB‑Funk, wurde fast nur in Mundart gesprochen, Hochdeutsch war selten. Das Benehmen mancher Funker – auch das eigene – war nicht immer korrekt, besonders in Streitfällen wie dem um Kanal 16.
Heute sieht man Ähnliches im Internet: beleidigende, bedrohliche, diskriminierende, rassistische Kommentare in:
- Blog‑Kommentarbereichen
- Passwortgeschützten Mitgliederbereichen
- Foren
- Chats
- Gästebüchern
- Kontaktformularen
- Online‑Zeitungen
- Social‑Media‑Diensten weltweit
Man kann sagen: Was früher am CB‑Funk über Funkwellen lief, läuft heute über Tastaturen und Glasfaserkabel. Die Form hat sich geändert, die Muster sind ähnlich.
Für Rodmar bleibt: CB‑Funk war trotz allem ein schönes Hobby, das er heute nicht mehr betreibt – aber die Erfahrungen, die Menschen und die Geschichten bleiben Teil seines Lebens.
