⭐ Warum manche Menschen – auch über 20, 40 oder 50 – noch nie Sex hatten Ein persönlicher Erfahrungsbericht von mir, Alfred Preinfalk jr. (Rodmar), 53 Jahre

Ich schreibe diesen Beitrag aus meiner eigenen Sicht. Ich bin Alfred, viele nennen mich Rodmar, und ich bin heute 53 Jahre alt. Ich gehöre zu den Menschen, die in ihrem Leben noch nie Geschlechtsverkehr hatten. Manche nennen es Sex, andere Beischlaf oder eine intime Beziehung. Für mich ist es einfach ein Bereich des Lebens, den ich nie gebraucht habe, nie gesucht habe und der mir nie gefehlt hat.

Viele Menschen glauben, dass jemand wie ich „krank“ sein müsse, wenn er mit über 20, über 40 oder sogar über 50 noch nie Sex hatte. Ich sage es klar und deutlich: Nein. Das ist keine Krankheit.

Medizinisch gesehen: keine Krankheit. Psychologisch gesehen: keine Krankheit. Rechtlich gesehen: keine Krankheit.

Es gibt Menschen, die einfach kein Bedürfnis danach haben. Manche sind asexuell, manche haben andere Prioritäten, manche leben lieber ruhig und unabhängig. Manche hatten nie die Gelegenheit, manche wollten sie nicht. Das ist normal. Es ist keine Störung, kein Defekt und kein Problem, solange man selbst damit zufrieden ist.

Ich bin zufrieden damit. Und ich bin gesund.

Ich erinnere mich an eine Situation aus Oberösterreich. Eine ältere Nachbarin sagte einmal: „Warum sucht er sich keine Frau?“

Damals fragte ich mich: Was geht das eigentlich andere Menschen an?

Ich mische mich ja auch nicht in Angelegenheiten ein, die mich nichts angehen. Aber es gibt Menschen, die können nicht anders. Sie müssen andere bewerten, abstempeln, beurteilen – oft hinter dem Rücken, oft ohne überhaupt mit einem gesprochen zu haben.

Das ist eine alte Denkweise, ein veraltetes Schubladendenken. Und wenn man so etwas hört, möchte man sich manchmal dagegen wehren – natürlich gewaltfrei. Oder man möchte frech antworten. Aber meistens lohnt es sich nicht.

Wie soll man sich denn „eine Frau suchen“? Aus der Gesellschaft? Aus der Zeitung? Aus dem Internet?

Ich habe mir darüber nie Gedanken gemacht. Eine Beziehung ist kein gesetzlich vorgeschriebenes Gut. Ich muss keine haben. Ich muss nicht heiraten. Ich muss keinen Sex haben. Das ist meine persönliche Ansicht.

Ich habe nie das Bedürfnis gehabt, verkuppelt zu werden. Wenn jemand gegen meinen Willen versucht, mich zu verkuppeln, wäre das nicht strafbar, aber es wäre übergriffig und respektlos. Strafbar wird es erst, wenn jemand belästigt, nötigt oder unter Druck setzt. Normales Verkuppeln ist rechtlich harmlos – moralisch aber oft daneben.

Mir war immer nur ehrliche Freundschaft wichtig. Keine ausnutzende, keine manipulative, keine kontrollierende Freundschaft. Einfach echte, ruhige, respektvolle Freundschaft.

Viele Menschen denken anders. Sie sagen: „Der Name darf nicht aussterben.“ Für mich ist das mittelalterliches Denken. Ich lebe heute, nicht im 14. Jahrhundert – obwohl es vermutlich damals auch nicht viel anders war. Streit, Gewalt, Neid, Hass und Vorurteile gab es schon lange vor dem Mittelalter.

Ich habe mich oft gefragt: Bin ich krank? Aber heute weiß ich: Ich bin nicht krank. Ich bin einfach anders. Und anders zu sein ist nicht falsch.

Mit 53 Jahren denke ich oft, dass ich mir durch meine Einstellung viel Ärger erspart habe. In Beziehungen gibt es Streit, Machtkämpfe, Eifersucht, Neid, Missverständnisse. Kinder würden es Streit nennen, Erwachsene „laute Unterhaltung“. Aber am Ende ist es oft Stress. Und manchmal sogar Gewalt – körperlich oder verbal.

Ich brauche das nicht. Ich brauche keine Schimpfwörter, keine Beleidigungen, keine Drohungen.

Ich lebe allein, und ich kann in meinem eigenen Haus sagen, was ich will, ohne dass jemand mich korrigiert oder kritisiert.

Viele verwechseln Freundschaft mit Beziehung. Wenn ein 18‑jähriger Junge ein 14‑jähriges Mädchen trifft – rein freundschaftlich – denken manche sofort etwas Hinterhältiges. Das ist die Geburt von Vorurteilen, Hass und falschen Vermutungen.

Besonders in Chats oder Foren musste man früher sehr aufpassen, wie man etwas formuliert, damit andere es nicht falsch verstehen. Deshalb halte ich mich grundsätzlich aus Chat‑ und Forenbereichen heraus, in denen es um Freundschaft oder Beziehungen geht. Wenn ich dort nichts schreibe, kann mir auch niemand einen Strick daraus drehen.

Man hört immer wieder, dass in Kommentarbereichen falsche Vermutungen entstehen. Ein Beispiel: „Da unterhalten sich ein 18‑jähriger Junge und ein 14‑jähriges Mädchen.“ Und schon brodelt die Gerüchteküche. Viele denken sofort an etwas Schlimmes, ohne darüber nachzudenken, dass es auch harmlose Themen gibt.

Es scheint egal zu sein, worüber sich ein etwas älterer Junge mit einem jüngeren Mädchen unterhält – manche Menschen suchen immer nach einer Gelegenheit, aus einer harmlosen Unterhaltung etwas Abstoßendes zu machen.

Das gab es auch im CB‑Funk und im Amateurfunk. Sobald sich ein älterer Junge mit einem jüngeren Mädchen unterhält, denken manche sofort etwas Bösartiges.

Ich war früher mit 19 oft in einem Ort in Oberösterreich. Wir waren eine Gruppe – mal fünf Leute, mal mehr – im Alter von 14 bis über 20. Da waren auch Mädchen dabei. Niemand hat etwas Falsches behauptet. Wir haben uns einfach gut verstanden.

Man fragt sich oft, woher manche Menschen diese Vorurteile, falschen Vermutungen, den Hass, die Gewalt, den Neid und die Eifersucht haben. Vermutlich aus dem eigenen Zuhause – denn dort beginnen viele dieser Dinge. Kinder können sich nicht dagegen wehren.

Vielleicht stammen diese fragwürdigen Eigenschaften aus Büchern, Zeitschriften, Zeitungen, dem Internet, Serien oder Filmen.

Ein Beispiel aus dem Film „Forrest Warrior“ mit Chuck Norris: Fünf Kinder – vier Jungs und ein Mädchen – gehen zum Baumhaus. Sie verwenden keine Schimpfwörter, reden nicht über Beziehungen oder Sex. Sie zeigen echte Freundschaft und Zusammenhalt. So etwas ist in Filmen selten geworden.

Deshalb vermeide ich grundsätzlich gewisse Unterhaltungen – auch wenn sie harmlos erscheinen.

Heute wäre vieles anders. Viele würden sofort etwas Schlimmes vermuten.

Deshalb nehme ich keine privaten Einladungen an. Nicht weil ich Angst habe – sondern weil ich nicht weiß, wie andere Menschen reagieren würden. Und weil ich niemanden ausnutzen möchte, der mir Essen oder Trinken anbietet.

Eine Beziehung muss langsam aufgebaut werden – wie eine Freundschaft. Aber ich bin es gewohnt, allein zu leben. Ich brauche keine Rücksicht auf jemanden nehmen. Wenn ich mir etwas zum Essen mache, ist niemand da, der sich darüber beschwert.

Es gibt viele kleine Dinge, die in einer Beziehung zu großen Problemen werden können. Ein Wort ergibt das andere, und ein Streit ist vorprogrammiert.

Es gibt den Spruch: „Wer hat bei euch zuhause die Hosen an?“ Also wer der Tonangebende ist. Freund, Freundin, Ehemann, Ehefrau, Schwester, Bruder. Von all dem bin ich befreit.

Ich nehme keine Einladungen an, weil sich für mich niemand anstrengen muss – weder in der Küche noch irgendwo anders im Haus. Ich brauche keine Bedienung, kein Nachtragen, keine Verpflichtungen. Ich bin ein Mensch, der lieber ruhig, ehrlich und unabhängig lebt. Und das ist vollkommen in Ordnung.